Migration als historische Normalität am Beispiel des Migrationsraums Steiermark

Die Vortragsreihe „Vielfalt als Chance“ geht weiter und beschäftigt sich am 28. Jänner 2014 mit dem Thema Migration.

Was ist Migration? Das Lateinwörterbuch übersetzt das Wort „migratio“ mit „Auszug“ oder „Wanderung“. Die Vereinten Nationen definieren einen Migranten als Menschen, der seinen üblichen Aufenthaltsort aufgibt und sich in einem anderen Land niederlässt. Artikel 13 und 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte sprechen jedem Menschen das Recht zu, das eigene Land zu verlassen, ins eigene Land zurückzukehren und in anderen Ländern Asyl zu suchen und zu genießen. Das Bundeskanzleramt Österreichs will den Begriff „Migration“ nicht weiter konkretisieren als das Wandern über Grenzen um an einem anderen Ort zu leben oder zu arbeiten.

Wenn man sich den Begriff „Migrationshintergrund“ ansieht, wird das Bild schon klarer. In Österreich gelten alle Menschen als Menschen mit Migrationshintergrund, wenn die Eltern nicht in Österreich geboren wurden, unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft. Diese Gruppe stellt in Österreich rund 17,6 Prozent der Gesamtbevölkerung (1,468 Millionen Menschen), also fast ein Fünftel der Gesamtbevölkerung.

Die Gründe für Migration können ebenso zahlreich sein wie die Länder, aus denen Migranten nach Österreich kommen. Kriege, Hungersnöte, politische oder religiöse Verfolgung, die Hoffnung auf ein besseres Leben oder einfach nur Neugier und die Sehnsucht nach der Fremde  können Menschen dazu bringen, ihr altes Leben, Familie und Freunde hinter sich zu lassen und in Unsicherheit und neue Gefilde aufzubrechen.

Es geht allerdings nicht nur um das Thema Migration allein sondern auch um den geschichtlichen Zusammenhang. Man darf nicht vergessen, dass Migration kein neues Phänomen ist. Die Nähe Österreichs und besonders der Steiermark zu den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens und Ungarn und damit vor über 20 Jahren auch dem Eisernen Vorhang gibt Österreichs Geschichte mit Migration besondere Brisanz und Wichtigkeit. In den nächsten Tagen wird sich ein Beitrag auf diesem Blog mit den Daten der Geschichte der Migration in die Steiermark eingehend beschäftigen und die Statistiken analysieren und interpretieren.

Auch wenn das Thema zu breit und vielfältig ist, um es in dieser kurzen Zeit vollständig zu beleuchten, werden in den nächsten Tagen Journalismus und PR-Studenten der FH JOANNEUM versuchen, dieses Thema zu umreißen, aufzuarbeiten und schon im Vorfeld ein paar Denkanstöße zu liefern. Wie migriert man mit Kind? Wie sieht es mit der politischen Repräsentation von Migranten aus? Auf diese Fragen, und mehr, hoffen die Studenten Antworten zu finden.

 

 „Migration als Historische Normalität am Beispiel des Migrationsraums Steiermark“

Wann: 28. Jänner, 18:30 Uhr

Wo: Auditorium, Joanneumsviertel, Graz

 

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